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Wo wir tätig sind

Alem Ketema und Merhabete

Die Stadt Alem Ketema mit etwa 20.000 Einwohnern ist das Verwaltungszentrum des Woreda (Landkreis) Merhabete, etwa 180 km nördlich der Hauptstadt Addis Ababa. Sie liegt am Rande des Hochplateaus auf etwa 2300 m Meereshöhe. Eine zur Zeit größtenteils noch unbefestigte Straße verbindet Alem Ketema mit der Hauptstadt. Seit dem Jahre 2013 ist die Stadt an das äthiopische Stromnetz angeschlossen, ein kleiner Teil der Privathaushalte hat eine Zuleitung ins Haus.

Die Verbindung zu Alem Ketema kam durch Vermittlung der Städtepartnerschaft Vaterstetten - Alem Ketema zustande. Anfang des Jahres 2013 besuchten Mitglieder der Ofenmacher zum ersten Mal Alem Ketema.

Debark und Simien Mountains

Im Osten der Distrikthauptstadt Debark im gleichnamigen Landkreis erstreckt sich der Nationalpark Simien Mountains, der 1969 eingerichtet wurde und zum Welt-Naturerbe der UNESCO zählt. Seit Beginn dieses Jahrtausends laufen verschiedene Projekte zur Erhaltung des Parks und Verbesserung von Infrastruktur, Tourismus und Lebensbedingungen der Einheimischen. Im Jahre 2014 wurden wir von African Wildlife Foundation angefragt, das Programm zur Förderung der Dörfer im Umkreis des Parks um den Bau von Öfen zu erweitern.

Debark liegt auf einer Höhe von etwa 2800 m, die Dörfer rund um den Park bis um 3500 m. Entsprechend rau sind Klima und Lebensbedingungen, insbesondere für die Landbevölkerung.

Der Ofen

Unverzichtbarer Teil jeder Mahlzeit in der nördlichen Hälfte Äthiopiens ist Injera, ein Fladenbrot, das meistens aus der endemischen Getreideart Teff hergestellt wird. Injera wird auf einer runden Tonplatte von etwa 65 cm Durchmesser, dem sogenannten Met'ad, hergestellt. Normalerweise wird 2 - 3 mal pro Woche Injera gebacken. Der überwiegende Teil des Holzverbrauchs eines normalen ländlichen Haushalts ist auf die Injera-Herstellung zurückzuführen.

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Landestypische Mahlzeit: Injera mit Gemüse und Wot

 

Der in Äthiopien eingesetzte Lehmofen hat daher neben der Feuerstelle zum Kochen eine zweite Feuerstelle für den Met'ad, die aus Sicht des äthiopischen Nutzers die Haupt-Kochstelle ist. Die Abluft des Met'ad-Brennraums erhitzt zusätzlich einen weiteren Topf, die Wärme der Abgase aus dem Kochtopf-Brennraum wird ebenfalls von diesem Topf genutzt.

Im Sommer 2015 wurde der Ofen in der Niederlassung der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Addis Ababa vermessen. Die im Controlled Cooking Test und im Water Boiling Test gemessenen Einsparungen an Feuerholz liegen in allen Fällen deutlich über 50% gegenüber offenem Feuer (siehe Bericht der GIZ).

Im Oktober 2015 erteilte uns das Ministerium für Wasser, Bewässerung und Elektrizität die Zulassung des Ofens mit dem Namen Chigir Fechi (Problemlöser) zum Bau in Äthiopien.

Projektfortschritt

Alem Ketema und Merhabete

Nach der erfolgreichen Erstbesichtigung Anfang 2013 und dem Entwurf eines Prototypen im Sommer wurden im Herbst 2013 die ersten Exemplare des Äthiopien-Ofen in Alem Katema errichtet. Im März 2014 fand das erste Training für zwanzig einheimische Ofenbauer statt.

Damals war uns noch nicht klar, dass es von hier aus noch ein langer Weg sein würde, bis wir den richtigen Ofen gefunden und das Projekt zuverlässig auf die Beine gestellt haben würden. Wie das alles abgelaufen ist, können Sie im  Bericht über den langen Weg zum Erfolg nachlesen.

Seit 2015 bauen wir unseren inzwischen erfolgreichen Ofen Chigir Fechi nicht nur in der Stadt Alem Ketema, sondern im gesamten Woreda (Landkreis) Merhabete. Um die dazu notwendige Zahl von Ofenbauern und Ofenbauerinnen an Bord zu haben, führten wir mehrere Trainings durch. Eine vollständige Liste aller Schulungen in Äthiopien finden Sie hier.

Debark und Simien Mountains

Seit Beginn des Projekts wurden zwei Schulungen durchgeführt und 34 Ofenbauer und Ofenbauerinnen ausgebildet. Seit 2021 gehören nicht nur die Dörfer im Umkreis des Nationalparks zum Baugebiet, sondern auch Debark selbst, wo wir ebenfalls erheblichen Bedarf festgestellt haben.

Leider hat der Fortschritt des Projekts erheblich unter der COVID-19 Pandemie und unter den kriegerischen Handlungen 2021/2022 gelitten.

Organisation in Äthiopien

Seit 2018 sind die Ofenmacher als Internationale NGO in Äthiopien registriert. Das Büro befindet sich in Alem Ketema und wird geleitet von unserem Country Director Abebaw Birhanu.

Bei unserem ersten Aufenthalt wurde uns Abebaw von der Gemeinde Alem Ketema als Dolmetscher zugeteilt. In der Folgezeit spielte er eine wichtige Rolle als Kontaktperson zwischen München und Alem Ketema. Bei Beginn des Ofenbaus wurde er Koordinator unserer Aktivitäten in Alem Ketema und übernahm dann später auch die Gesamtleitung des Projekts in den Simien Mountains.

Nach dem Tod unseres ersten Country Directors, Girma Fisseha, Ende 2020 ernannten wir Abebaw zum Nachfolger.