
Urmila Yadav ist Jahrgang 1965 und hat zwei Kinder, einen Sohn und eine Tochter. Ihr Mann ist vor vielen Jahren „weggegangen“. Sie hat gehört, dass er in Indien lebt, eine zweite Frau geheiratet und eine neue Familie gegründet hat.
Urmila lebt mit ihren Eltern und den Kindern in einem Lehm-Bambus Haus. Sie hat eine Kochhütte und die Nachbarn haben ihr ein paar Felder zur landwirtschaftlichen Nutzung überlassen. Dafür muss sie 50% der Ernte abgeben.
Urmila und ihre Famile leben am Existenzminimum. Oft haben sie nicht ausreichend zu essen oder keine ausgewogene Kost zur Verfügung. Trotzdem lässt sie sich nicht entmutigen.
Im März 2010 nahm sie am Training als Ofenbauerin für rauchfreie Küchenöfen teil. Sie reiste dafür zum ersten Mal nach Kathmandu und berichtete den Dorfnachbarn später von ihren Eindrücken in der Stadt – aber eigentlich war sie froh wieder im Dorf und in ihrer gewohnten Umgebung zu sein.
Im Ofenbaukurs war sie die einzige Frau. Aktiv und wissbegierig, interessiert und mit Sinn für das Praktische, wurde sie schnell zur „Mutter der Ofenbauer“. Stolz zeigt sie überall im Dorf ihr Zertifikat herum.
Zuerst baute Urmila einen rauchfreien Ofen in ihrem Kochhaus und lud die Nachbarn ein, ihren Chulo zu besichtigen. Glücklich kochte sie den ersten Tee auf ihrem neuen Ofen.
Urmila fand eine Töpferei in der Nähe, die die erforderlichen Schornsteinköpfe herstellen und brennen kann. Sie verhandelte mit dem Baustahl-Lieferanten, damit sie die notwendigen Eisenstangen fertig zugeschnitten bekommt. Für ihren ersten Ofen hatte sie noch einen ganzen Tag damit verbracht, die Eisenstangen in die erforderlichen Stücke zu teilen. Sie hat dafür drei Metallsägeblätter „verbraucht“ und schmerzhafte Blessuren an der Hand davongetragen.
Für die weiten Strecken zwischen den einzelnen Dörfern nutzt Urmila ein Fahrrad und radelt nun durch die Felder. In ganz Saptari ist sie mittlerweile bekannt als „chulo banauane manchhe“ (Ofenbauerin).
